Rückblick Jung und Parkinson Symposium 2017

Infos, Infos, Infos… Ob es um die Bedeutung des Darms im Verlauf einer Parkinson-Erkrankung ging (Dr. Unger, Homburg), um die Chancen und Risiken einer Tiefenhirnstimulation (Prof. Coenen, Freiburg) oder um den Blick auf das Krankheitsbild mit den Augen des Ethikers (Prof. Heinemann, Valendar) – bereits der Vormittag des Symposiums hatte es in sich.
Stefan Pregitzer hatte sich freundlicherweise bereit erklärt, das vierte JuP-Symposium zu moderieren und führte mit Hintergrundwissen und Menschlichkeit gekonnt durch den Tag. Schön, dass er dabei die Sicht der Patienten nie aus den Augen verlor. Seine geschickt gestellten Fragen entlockten nicht nur dem saarländischen Minister für Verbraucherschutz, Reinhold Jost, so manches persönliche Geständnis. Auch die sympathische Ministerpräsidentin des Saarlands Annegret Kramp-Karrenbauer, die es sich als Schirmherrin der Veranstaltung nicht hatte nehmen lassen, persönlich zu erscheinen, konnte das Publikum schnell mit reflektierten, ehrlichen Antworten für sich gewinnen. 

Im zweiten Teil der Veranstaltung folgten zwei Podiumsdiskussionen mit Vertretern aus der Wissenschaft/Forschung, aus der Praxis, der Industrie sowie einer Patientenvertreterin. In der ersten Diskussionsrunde, die den Status quo in der Parkinsontherapie unter die Lupe nahm, berichtete JuP-Mitglied M.E. von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit. Dieser authentische Beitrag, der sicherlich viele Erkrankte zum Nachdenken über die eigene Situation anregte, diente als Ausgangspunkt für weitere Fragestellungen. Schnell wurde deutlich, dass die Qualität von Diagnosestellung und Therapie in vielen, vor allem ländlich geprägten Gegenden noch immer zu wünschen übrig lässt – in Städten und insbesondere Universitätsstädten hingegen als gut bezeichnet werden kann.
Die Frage, wie wohl die Zukunft von Forschung und Therapie aussehen könnte, stand im Mittelpunkt der zweiten, etwas kürzeren Diskussionsrunde. 

Abschließend bleibt zu sagen, dass diese nahezu perfekt organisierte und äußerst informative Veranstaltung zweifellos den ein oder anderen interessierten Zuhörer mehr verdient hätte. Sollte es im nächsten Jahr ein weiteres Symposium geben, sind die Aktivitäten hier sicherlich zu verstärken. 

Es referierten: 

PD Dr. Marcus Unger, Prof. Dr. Volker Arnd Coenen, Prof. Dr. Dr. Thomas Heinemann 

Es diskutierten: 

M.E. als JuP-Patientenvertreterin, Jürgen Kronmüller (Parkinson Nurses), Dr. Unger, Prof. Dr. Dr. Heinemann, Prof. Dr. Krüger (LCSB Luxemburg), Prof. Dr. Loth (Vorstand IKK Südwest), Armin Lang (VdK Saarland), Ulrike Fechtner (AbbVie), zugeschaltet Prof. Dr. Dr. Wolfgang Oertel (Marburg-Gießen)