Referenz von Prof. Dr. Jens Volkmann

Die Diagnose einer Parkinson-Krankheit trifft junge Menschen in besonderer Weise. Es ist unumstößlich, dass die Erkrankung zu einem Begleiter für den Rest des Lebens wird. Viele Ziele auf die das bisherige Leben ausgerichtet war, stehen plötzlich in Frage. Als Neurologe werde ich dann von den Betroffenen häufig gefragt: „Wird es mir mit der Behandlung auch in 5 Jahren noch so gut gehen, dass ich den nächsten beruflichen Karriereschritt wagen soll? Wie soll ich für die Familie vorsorgen? Kann ich in einigen Jahren noch so für die Kinder da sein, wie es mir wichtigist? Lohnt es sich, diesen oder jenen Schritt zu gehen, auf den ich eigentlich ohne die Erkrankung hingearbeitet hatte?“. Die Antwort ist schwer, weil niemand den Verlauf der individuellen Erkrankung vorhersagen kann. Aber eine Aussage trifft immer zu: Träume, die man vorschnell aufgibt, werden sich nicht mehr erfüllen. Aus Mut- und Hoffnungslosigkeit entsteht dann oft eine Einschränkung in der Lebensführung, die weit über den objektiven Schweregrad der Erkrankung hinausgeht.

Bei einer chronischen Erkrankung wie der Parkinson-Krankheit ist es wichtig, darauf zu fokussieren, was trotz der körperlichen Einschränkungen erreichbar ist, und die Trauer über verpasste Chancen zu überwinden. Hierbei hilft der Kontakt mit anderen Betroffenen, die ein positives Rollenmodell vorleben. „Jung und Parkinson“ möchte Mut geben. Das ist genau der richtige Ansatz. Sich der Krankheit zu stellen, aktiv an Ihrer Behandlung teilzunehmen, indem man ein informierter Partner des Neurologen wird, für die Forschung offen zu sein und jeden Tag mit einem „Trotzdem“ zu beginnen, fordert Mut. Aber dieser Mut zahlt sich in einem besseren Leben mit der Erkrankung aus.

 

Prof. Dr. Jens Volkmann

Präsident Deutsche Parkinson Gesellschaft

Direktor der Neurologischen Klinik

Universitätsklinikum Würzburg