Übungen Chi Gong

 

 

 

1. Übung zum Auftakt: Mit der Klopfmassage das Qi in Fluss bringen

 

 

 

Mit der flachen Hand die Außen- und Innenseiten der Arme abklopfen.

 

Dann mit lockeren Fäusten sanft vom Nabel aufwärts zur Brust klopfen.

 

Weiter geht’s mit zehn trommelnden Fingerspitzen übers Gesicht

 

Ohren sanft kneten, danach tanzen die Finger zum Hinterkopf. Mit der flachen Hand klopfen Sie nun über Nacken und Schultern.

 

Mit beiden Händen geht’s den Rücken hinunter.

 

Nierengegend kräftig reiben, dann mit den flachen Händen beinabwärts bis zu den Füßen klopfen.

 

An der Vorderseite geht’s klopfend wieder hoch zum Nabel.

 

 

2. Übung: Energieblockaden in den Schultern lösen

 

 

 

 

Beide Arme auf Schulterhöhe zu den Seiten ausstrecken.

Die Hände zeigen nach oben.

Jetzt langsam mit den Schulterblättern kreisen. Nach innen zur Wirbelsäule, nach unten und wieder nach außen.

Dabei ganz ruhig weiteratmen.

Wiederholen Sie die Bewegung 9-mal in beide Richtungen.

 

Sollte das Schulterdrehen anfangs schwerfallen: Stellen Sie sich beim Kreiseln vor, immer wieder mal zu entspannen – z. B. wenn die Schultern unten sind. Bauen Sie sich gedanklich (!) kleine „Stop and go“-Bewegungen ein. Das hilft, durchzuhalten.

 

 

3. Übung: Wirbelsäule und den Kopf fit machen

 

 

 

 

Legen Sie beide Hände an den Kopf und entspannen Sie Ihre Schultern.

Den Kopf langsam nach links neigen, als wolle das linke Ohr die linke Schulter berühren.

Drücken Sie nun die linke Kopfhälfte nach oben und kommen Sie wieder in die Ausgangsposition.

Nach rechts wiederholen.

 

Stellen Sie sich vor, Sie beschreiben mit dem Kopf die Kurven einer liegenden Acht. Die Bewegung sollte möglichst klein sein. Der Kopf ist ganz entspannt und das Kinn bleibt stets an derselben Stelle.

 

 

4. Übung: Brust öffnen und den unteren Rücken entspannen

 

 

 

 

Stellen Sie sich aufrecht, winkeln Sie die Arme an und legen Sie beide Hände nebeneinander hinten auf die Lendenwirbelsäule, so dass die Finger nach oben zeigen und sich berühren.

Achten Sie darauf, den Rücken gerade zu halten, nicht ins Hohlkreuz zu fallen.

Stellen Sie sich vor, dass beim Einatmen über Ihre Hände gute Energie von außen zu Ihrem „Mingmen“ fließt. Dieser Punkt zwischen dem zweiten und dritten Lendenwirbel wird in China die „Lebenspforte“ genannt, da wir über ihn kraftvolles Qi in unseren Körper aufnehmen. Je größer die Öffnung und Entspannung in diesem Gebiet ist, desto vitaler fühlen wir uns.

 

 

5. Übung: Gut gegen Schmerzen im Rücken

 

 

 

 

Gehen Sie leicht in die Knie und beugen Sie Ihren Oberkörper nach vorn.

Jetzt in einer kreisförmigen Bewegung nach vorn mit gebeugten Knien nach unten sinken, dann nach hinten und wieder nach oben kommen, wobei sich die Beine fast strecken.

Sie kreisen mit dem ganzen Körper in der Längsachse – die Bewegung kommt aber aus dem Lendenwirbelbereich heraus.

Stellen Sie sich vor, wie Sie beim Einatmen frische Energie tief aus der Erde aufnehmen. Lassen Sie sie durch den ganzen Körper fließen und geben Sie verbrauchte Energie beim Ausatmen über die Füße wieder ab.

 

 

6. Übung: Reine, frische Energie aufnehmen

 

 

 

 

Da er von Natur aus im Schlamm wurzelt, Blätter und Blüte aber niemals verschmutzen, ist der Lotus in China ein Symbol der Reinheit. Beim Zhineng

 

Schließen Sie die Augen, atmen Sie langsam 9-mal ein und aus.

Füllen Sie sich dabei mit dem reinen Qi aus dem Universum.

Legen Sie danach die Hände wie zum Gebet zusammen, atmen Sie noch eine Weile ruhig und entspannt weiter.

Horchen Sie in sich hinein – spüren und genießen Sie, wie ein wohliges Gefühl Ihren Körper durch- flutet, wärmt und stärkt.

 

 

7. Übung: Stimmen Sie die Seele friedlich

 

 

 

 

Heben Sie die Arme vor dem Körper an, als würden Sie einen großen Ball halten.

Die Schultern bleiben unten und sind ganz entspannt. Beide Mittelfinger zeigen zum Körper.

Atmen Sie tief durch die Nase ein und stellen Sie sich vor, wie Sie über die Mittelfinger gutes Qi zu Ihrem unteren Energiezentrum (auf Nabelhöhe) senden und es sich von dort aus als vitalisierende Kraft im gesamten Körper bis in den Kopf hinauf ausbreitet.

Atmen Sie dann durch den Mund aus und geben Sie alle schlechten Gefühle, Ärger und Belastungen über die Mittelfinger, die jetzt leicht nach außen zeigen, ab.

 

 

8. Zum Abschluss: Das innere Lächeln spüren

 

 

 

 

Bei dieser Energiemeditation legen Sie nach Abschluss der Übungen beide Hände auf den Bauch und sammeln Sie das Qi im „Unteren Dantian“ – einem von drei Energiezentren, das sich auf Nabelhöhe befindet.

Fühlen Sie einige Minuten lang die innere Kraft, den intensiven Moment der Ruhe, bevor Sie wieder in den Alltag zurückkehren.

Lassen Sie ein Lächeln aus der Tiefe Ihres Herzens aufsteigen.

Stellen Sie sich vor, wie es sich warm und freundlich mit jedem Atemzug weiter im Körper ausbreitet, bis jede Zelle lächelt und von innen heraus strahlt.

Quelle: 

Anne Hering, Zhineng Qigong-Lehrerin, Deutschland & Holland

Leiterin der Zhigong Institut Deutschland/Holland