Jens Schwamborn leitet internationales Konsortium zur Parkinson Krankheit

In einem neuen internationalen Forschungsprojekt, das vom EU Joint Programme – Neurodegenerative Disease Research (JPND) mit 1.5 Millionen Euro gefördert wird, haben sich Forscher aus Luxembourg, Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Israel zusammengeschlossen, um ein neues 3D Zellkulturmodell zu etablieren, mit dem sich die Effekte der Parkinson-Krankheit auf die Architektur und Vernetzungsgrad des Gehirns erforschen lässt. Das Projekt namens 3DPD wird von Prof. Jens Schwamborn des Luxembourg Centre for Systems Biomedicine der Universität Luxemburg geleitet.

Die Parkinson-Krankheit ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung, bei der insbesondere Dopamin-produzierende Nervenzellen im Mittelhirn frühzeitig altern. Hierdurch kommt es zu verschiedenen motorischen Symptomen beim Patienten. Obwohl die Krankheit weltweit intensiv beforscht wird, sind ihre Entstehungsmechanismen, zu denen sowohl genetische als auch Umweltfaktoren gehören, noch nicht vollständig entschlüsselt. Die Parkinson-Krankheit ist bislang nicht heilbar. 

„In vielen Forschungsprojekten werden 2D Zellkulturmodelle verwendet. Solche Methoden berücksichtigen jedoch nicht die komplexe Architektur des menschlichen Gehirns. Damit könnten wichtige Informationen zur Parkinson-Krankheit übersehen werden”, erklärt Prof. Jens Schwamborn. “Wir kultivieren gehirnähnliche Strukturen, sogenannte Organoide, die wir aus induzierten pluripotenten Stammzellen und damit ursprünglich aus Hautzellen von Patienten herstellen. Diese Organoide ähneln dem menschlichen Mittelhirn, das bei der Parkinson-Krankheit betroffen ist.”

Schwamborns Team ist es bereits gelungen Organoid-Zellkulturen in gewöhnlichen Zellkulturplatten zu züchten. Im neuen JPND Projekt wird das 3DPD Konsortium diese Technologie weiterentwickeln, indem sie die Organoide in einem multifunktionellen „Lab-on-a-Chip“ Gerät kultivieren. Schwamborn erklärt: „Diese mikroanalytische Analyseplattform erlaubt es uns zu untersuchen wie die Parkinson-Krankheit die Architektur, die Dopamin-Freisetzung und Netzwerkbildung im Mittelhirngewebe beeinträchtigt. Zusätzlich eignet sich unser Gerät aufgrund seiner mikrofluidischen Eigenschaften auch für kostengünstigere Medikamententeste.” 

Über JPND:

Das Forschungsprogramm wird vom EU Joint Programme – Neurodegenerative Disease Research (JPND) gefördert. JPND ist die größte globalen Initiative zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen. JPND hat sich zum Ziel gesetzt, koordinierte Investitionen in teilnehmenden Ländern voranzutreiben, so dass die Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen geklärt sowie Patienten geheilt und besser versorgt werden können. 

Partner:

Jens Schwamborn, Luxembourg Centre for Systems Biomedicine at the  University of Luxembourg. 

Hans Schöler, Max Planck Institute for Molecular Biomedicine, Germany.

Peter Ertl, Technische Universität Wien, Austria

Vincenzo Bonifati, Erasmus MC Rotterdam, Netherlands

Dror Seliktar, Technion – Israel Institute of Technology, Israel

 

Treffen zum Projektstart des 3DPD Forschungskonsortiums in Luxembourg

Organoid – 3D Zellkulturmodell des Mittelhirns


Quelle: Jens Schwamborn, LCSB.