Wie junge Menschen mit Parkinson leben

Jeder zehnte Parkinson-Patient erkrankt vor seinem 40. Geburtstag. Sie brauchen andere Hilfen als ältere Kranke. In einem Selbsthilfeverein unterstützen sich Betroffene. Bei einer Talkrunde gaben Experten Ratschläge. 

Jung und Parkinson – was nun? Bereits Menschen im mittleren Lebensabschnitt können die Diagnose „Parkinson“ bekommen. Die meisten Menschen meinen, dass die sogenannte Schüttellähmung nur Menschen im gehobenen Lebensalter ereilt. Doch jeder zehnte Erkrankte ist unter 40 Jahre alt. Und junge Parkinsonkrankehaben andere familiäre und finanzielle Sorgen als Patienten, bei denen erst mit 70 die Krankheit ausbricht.

„Jung und Parkinson“ (JUP) – ein seit rund einem Jahr bestehender Selbsthilfeverein – geht diese Probleme offensiv an. „Wir klären auf, motivieren, unterstützen, inspirieren und machen Mut“, betonen die Vorsitzenden Rainer Stüber aus Naurath (Kreis Trier-Saarburg) und Frank Michler aus Saarlouis. Beide standen am Montag beim ersten „JUP-Talk“ im Landhaus St. Urban von Sternekoch Harald Rüssel in Naurath/Wald vor der Kamera und zahlreichen interessierten Zuhörern Rede und Antwort. Sie schilderten als Betroffene, wie sie den Schock der Diagnose „Parkinson“ überwanden und wie sie ihr tägliches Leben mit der Parkinson-Krankheit bewältigen.

Zudem hatte „Jung und Parkinson“ namhafte Experten zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Mit Manuel Andrack als Moderator informierten Prof. Rejko Krüger, Universität Luxembourg/ Bio-Medical, Prof. Dirk Woitalla, Chefarzt der neurologischen Abteilung des St. Josef-Krankenhaus Essen Kupferdreh, sowie Prof. Daniela Berg, Vorsitzende der deutschen Parkinson-Gesellschaft, als kompetente Mediziner über die Krankheit. Mit von der Partie waren auch Alexander Würfel, Geschäftsführer von ABBVie für die pharmazeutische Industrie, Lutz Hager, Geschäftsführer der IKK Südwest für die Krankenkassen und Rahim Schmidt aus dem rheinland-pfälzischen Landtag, selbst Arzt, für die Politik.

Die Kameraleute Hendrik Stegner, Heinz Peter Zumbrink und Steffen Weßler zeichneten die Beiträge als Video-Produktion unter der Regie von Herry Schmitt in Bild und Ton auf. „Ziel der Idee ist es“, so Rainer Stüber und Frank Michler von „Jung und Parkinson“, die Krankheit so darzustellen, wie sie ist, die Probleme der Betroffenen anzusprechen, Lösungen mit der Politik, Ärzten und der Pharmaindustrie zu finden.“

Ausgestrahlt werden soll dieses Informations-Video bei MDR, SWF und SR anlässlich des Welt-Parkinson-Tages am 11. April. Zudem kann der erste JUP-Talk dann auch im Internet abgerufen werden.

jung-und-parkinson.de

 

Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 24.3.2015

Foto/ Text: Rolf Ruppenthal

 

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