Wilfried Griebel Dipl.-Psych.Wiss. Referent

Gezeigt wird, wie ein Kind dem Unbekannten ...

...  im Bekannten begegnet – die Erkrankung des Vaters an Parkinson. Sein Erscheinungsbild verändert sich und auch der Umgang zwischen Kind und Vater. Der Vater kann nicht wie vorher mit dem Jungen spielen und ihm vorlesen.  Klinikaufenthalte des Vaters werden Bestandteil des Familienalltags.

Mit der chronischen Erkrankung eines Familienangehörigen ändert sich das Leben aller Familienangehörigen. Der betroffene Vater wird dies anders erfahren als seine Frau und Mutter des Kindes oder Tommys ältere Schwester.  Alle Perspektiven wären es wert, dargestellt zu werden, auch die Sicht der beruflichen Helfer. 

Hier wird die Perspektive des Kindes eingenommen und sein Erleben gezeigt. Kinder, die nach Erklärungen suchen und Ursachen für Veränderungen zum Schlechten in ihrer Umgebung oft bei sich selber vermuten, haben ein starkes Bedürfnis nach Information und Entlastung. Die Betroffenheit des Vaters und der Mutter werden im Film sichtbar -  aber erläutert wird die Situation von einer neutralen, dennoch spürbar beteiligten jugendlichen Erzählerin mit einfühlsamer und fester Stimme. Kindgerechte Erklärungen des Krankheitsbildes werden gegeben, die Verstörungen vorbeugen können über nicht Erklärbares. Die Gestaltung als Erzählung an sich vermittelt, dass man über das Geschehen sprechen und nach Erklärungen fragen darf. Eine Geschichte macht anschaulich, dass man mit einem Thema nicht alleine auf der Welt ist. Dem Alter des dargestellten Kindes entsprechend wird auch eine relativ enge zeitliche Aussicht eingehalten. Eine Sichtweise der Erwachsenen hätte die langfristig fortschreitende Erkrankung thematisiert – die aber an dieser Stelle für Kinder unverständlich und angstauslösend wäre. Dem Kind wird hier geholfen, sich von Situation zu Situation einzustellen.  

Und diese Situationen werden lebensnah angesprochen. Die gemeinsamen Aktivitäten mit dem Vater oder mit beiden Eltern sind so wichtig für die Beziehungen. Über die Bindung an gemeinsame Themen werden Beziehungen gepflegt und weiter entwickelt. Der kleine Junge in der Geschichte erlebt sich selbst als handelnde Person, die ihren Beitrag zur Bewältigung des Alltags leistet.

Die Filmgeschichte ist aus psychologischer Sicht eine wertvolle Unterstützung für Kinder, die sonst schwer zu erreichen sind von Erwachsenen, die angesichts der Erkrankung einer der Ihren mit Parkinson mit ihren eigenen Sichtweisen, Gedanken, Sorgen und Plänen ausgelastet sind.

Wilfried Griebel Dipl.-Psych.Wiss. Referent am Staatsinstitut für Frühpädagogik, MünchenStellvertretender Vorsitzender des Kinderschutzbundes  Landesverband Bayern