Erstes Jung und Parkinson Symposium in Wallerfangen

Schirmherr Prof. Dr. med Dr. h.c. Oertel, Vorstand JuP Frank Michler und Rainer Stüber
Schirmherr Prof. Dr. med Dr. h.c. Oertel, Vorstand JuP Frank Michler und Rainer Stüber

 

Ein sonniger Tag erwartete die Besucher des ersten Symposium des Vereins “Jung-und-Parkinson.de/die Selbsthilfe e.V. “ , einer überregionalen Selbsthilfegruppe für junge und junggebliebene Parkinsonerkrankte am 26. Juli 2014. Eine Reihe hochkarätiger Redner ließ einen interessanten Tag erwarten.

In seiner Rede wies der Mitbegründer und 1. Vorsitzende von „Jung und Parkinson“, Rainer Stüber, auf die Besonderheiten der Zielgruppe hin. „Nur ca. 10% der Parkinson-Erkrankungen treten vor dem 40. und weitere 10% bis zum 50. Lebensjahr auf.“ ließ Stüber wissen. „Die Problemstellungen, die in diesem Alter überwunden werden müssen, unterscheiden sich stark von denen der Mehrheit der Erkrankten. Sorgen um Absicherung der Familie, die berufliche Zukunft und um die gesundheitliche Entwicklung stehen im Vordergrund. Dies ist umso wichtiger, da der Anteil der früh Erkrankten weiter ansteigt“.

Es folgte eine Vielzahl von informativen und interessanten Vorträgen, die einerseits zeigten, dass es trotz intensiver Forschungsbemühungen noch keine Klarheit über Herkunft und Auslöser der Krankheit gibt, andererseits aber Therapien und Methoden den Umgang mit ihr erleichtern. So demonstrierte Britta Stalling (Body and Mind Factory), wie mit Qigong Beweglichkeit und Gleichgewicht trainiert werden können. Florian Müller berichtete über seine Erfahrungen mit der tiefen Hirnstimulation(THS), einem Eingriff, der die Bewegungsstörungen unterbinden hilft. „Trotz der schwierigen und langwierigen Operation hat sich mein Gesamtzustand so verbessert, dass die Lebensqualität stark angestiegen ist“ sagte Müller.

Dr. Loth, Vorstand der IKK Südwest erläuterte die Sichtweise der Krankenkassen, die mit chronisch Langzeitkranken auch an Grenzen stoßen. Er erklärte aber, dass sich die Kassen gerade in der Unterstützung junger Parkinson-Erkrankter Ihrer Verantwortung bewusst sind.

Dr. Heitz vom saarländischen Gesundheitsministerium referierte darüber, was die Politik tut, um jungen Parkinsonpatienten die Tür zur Arbeitswelt offen zu halten.

Frau Dr Schäffer von der Uniklinik Tübingen zeigte auf, was Parkinson-Patienten selbst tun können, um ihre Lebensqualität beizubehalten. Prof. Dr. Woitalla, Chefarzt im St. Josef-Krankenhaus Kupferdreh in Essen machte den Anwesenden Mut „Erste Anzeichen einer Heilungsmöglichkeit sind bereits am Horizont zu erkennen“ meinte er. Dr. Lehrke, Chefarzt an der St. Barbara-Klinik in Hamm beleuchtete die tiefe Hirnstimulation aus medizinischer Sicht. Dr. Unger vom Universitätsklinikum des Saarlands zeigte auf, welche Wechselwirkungen zwischen einer Parkinsonerkrankung und der Verdauung bestehen. PD Dr. Jörg Spiegel vom Uniklinikum des Saarlandes referierte über die Diagnostik bei Parkinson.

Julian Weddige von Smart Patient referierte über die App "My Therapie".

Außer den Vorträgen hat der Verein eine Reihe von Hilfsmitteln erstellt, die im Foyer demonstriert wurden. Ein Notfallausweis, auf dem die Dosierung der Medikamente vermerkt ist, eine Karte, um z.B. im Supermarkt diskret darauf hinzuweisen, dass man nicht so schnell reagieren kann, eine Broschüre über Merkmale, wichtige Zahlen und Ausprägungen von Parkinson, sind nur einige Beispiele für die Kreativität des Vereins. 

Als sich die gelungene und gut besuchte Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft von Herrn Prof. Dr. med. Dr. h.c. Wolfgang H.Oertel, Direktor der Klinik für Neurologie Uniklinikum Marburg, und weltweit anerkannter Parkinson-Spezialist, stand, dem Ende zu neigte zog der Cheforganisator und 2 Vorsitzende des Vereins, Frank Michler, Bilanz. „Mehr als 100 begeisterte Besucher zeigen mir, dass sich der hohe persönliche Einsatz und die langen Nächte ausgezahlt haben. Es ist schön zu sehen, was man als Parkinsonerkrankter doch erreichen kann. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Symposium und habe bereits einige Ideen dafür“ meinte er.

 

Referenten

Zum Video des jeweilligen Referenten bitte auf das Bild klicken. 

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Das erste Jung und Parkinson Symposium fand am 26.7.2014 in Wallerfangen statt. Erstmals referierten top Neurologen auf einem Symposium von JuP.