Basalganglien

Die Basalganglien sind eine Kerngruppe, die unterhalb der Großhirnrinde liegt und ebenfalls zum Großhirn gezählt wird. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation der Motorik. Zu den Kernen zählen der Nucleus caudatus (kurz Caudatus), der Nucleus putamen (kurz Putamen) und der Globus pallidum (kurz Pallidum). Caudatus und Putamen werden auch als Striatum bezeichnet. (Leider – zumindest für den Lerner –) ist der Begriff Basalganglien nicht klar umrissen: zum Striatum werden nämlich eigentlich auch die dopaminergen Ursprungskerne im Mittelhirn, insbesondere die Substantia nigra, gezählt, die somit auch von einigen mit zu den Basalganglien gerechnet werden.

Das Pallidum, das in zwei Segmente, nämlich ein inneres (mediales) und äußeres (laterales), unterteilt werden kann, liegt am weitesten innen. Daran legt sich wie eine Scheibe das Putamen an. Schließlich umschließt der Caudatus das Putamen wie ein Schweif (daher der Name Nucleus caudatus – Schweifkern (cauda – lat. Schweif)). Fasermassen trennen die einzelnen Kerne voneinander und grenzen es auch zum Thalamus hin ab. Diese Fasermassen werden als Capsula interna – innere Kapsel – bezeichnet. Da diese Kapsel auch zwischen Caudatus und Putamen hindurchzieht, sind diese beiden entwicklungsgeschichtlich eigentlich zusammengehörenden Kerne nur noch durch schmale Streifen von Faserverbindungen verbunden. Von diesen Streifen her rührt auch ihr Name Striatum, Streifenkörper.

Die Eingänge der Basalganglien stammen aus dem Cortex – vor allem der somatosensiblen und der motorischen Rinde – der Substantia nigra (Dopamin) und dem Thalamus. Diese Eingänge kommen fast alle aus der gleichen Hirnhälfte und enden alle im Striatum, d.h. im Putamen oder im Caudatus. Dabei wirken die Eingänge aus dem Cortex über den Neurotransmitter Glutamat erregend, die dopaminergen Eingänge aus der Substantia nigra hemmend. Die Ausgänge aus dem Caudatus und Putamen sind ebenfalls alle hemmend. Sie ziehen zum einen zum Pallidum zum anderen zurück zur Substantia nigra, so dass mit dieser eine hemmende, wechselseitige Rückkopplung besteht.

Das Pallidum erhält neben den hemmenden Eingängen aus dem Striatum ebenfalls aktivierende aus dem Thalamus. Seine Ausgänge laufen vor allem zum Thalamus in Gebiete, die wiederum aktivierend zur motorischen Rinde projizieren.

Vereinfacht betrachtet sind Striatum und Pallidum Antagonisten, d.h. sie haben gegenläufige Funktionen. Während das Striatum hemmend wirkt, wirkt das Pallidum aktivierend auf Bewegungsimpulse. Dadurch, dass das Pallidum den anderen Gebieten nachgeschaltet ist, wird es durch diese in seiner Aktivität kontrolliert.

Die Basalganglien bilden damit einen Filterprozess in der Regelschleife motorischer Bewegungen, indem sie erwünschte und mögliche Bewegungen zulassen und unerwünschte oder gerade (z.B. auf Grund der Körperlage) nicht mögliche Bewegungen unterbinden.

 

Quelle: gehirnlernen.de